Das Bündner Sprachenkonzept In Graubünden gibt es drei Amtssprachen: Deutsch, Italienisch, Rätoromanisch. Diese Dreisprachigkeit prägt auch das Sprachenangebot der Volksschule. Der Kanton kennt deutschsprachige, italienischsprachige und romanischsprachige Grundschulen. Amts- und Schulsprache werden von den einzelnen Gemeinden festgelegt. Ab dem Schuljahr 1999/2000 wurden in den deutschsprachigen Primar- und Kleinklassen als Zweitsprache Italienisch eingeführt. Einführung von Englisch auf der Primarschulstufe Am 22. April 2008 hat der Grosse Rat des Kantons Graubünden die von der Regierung vorgelegte Botschaft zur Teilrevision des Schulgesetzes gutgeheissen. Die neue Fremdsprachenlösung berücksichtigt die spezifischen Rahmenbedingungen des Kantons Graubünden und erfüllt gleichzeitig alle nationalen Anforderungen (Empfehlungen der EDK, Konkordat HarmoS). Sprachenangebot in den Schulen der einzelnen Sprachregionen
Zweisprachig geführte Schulen Als Massnahme zur Förderung der Kantonssprachen Italienisch oder Romanisch besteht die Möglichkeit, eine Schule oder einzelne Klassenzüge gemäss Richtlinien des Amtes für volksschule und Sport im Sinne einer partiellen Immersion zweisprachig zu führen. Die Richtlinien sind auf der Homepage des Amtes für Volksschule und Sport (www.avs-gr.ch/Volksschule/Rechtsgrundlagen/Richtlinien) zu finden. Das Ziel dieser Schulen ist die Zweisprachigkeit. Die Hälfte der unterrichteten Fächer wird in Deutsch, die andere Hälfte in Romanisch oder Italienisch unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler lernen so von Anfang, beide Sprachen als Denk- und Kommunikationsinstrument zu gebrauchen. So lässt sich auch in der Zweitsprache eine Sprachkompetenz erreichen, welche von herkömmlichem Unterricht nicht einmal annähernd erreicht wird. Dieses Schulsystem eignet sich vor allem für bisher deutschsprachige Schulen oder Schulen von Sprachgrenzgemeinden und zielt auf das Erreichen einer sehr hohen Sprachkompetenz in zwei Sprachen (Muttersprachkompetenz in beiden Sprachen). Da der Unterricht immersiv erfolgt (Sachfächer werden in der jeweiligen Sprache vermittelt) besteht die Möglichkeit, bereits sehr früh eine weitere Sprache einzuführen. Die Einführung des Englische in der fünften Klasse stellt daher für solche Schulen kein Problem dar. Im Sinne der erwähnten Richtlinien werden heute folgende Schulen zweisprachig geführt: Primarschule Bever (romanisch/deutsch), Primarschule Bivio (italienisch/deutsch), Primarschule Celerina (romanisch/deutsch), Primarschule Ilanz (deutsch/romanisch), Primarschule Maloja (itaienisch/deutsch), Schule Pontresina (romanisch/deutsch), Schule Samedan (romanisch/deutsch), Primarschule Trin (romanisch/deutsch). Die Stadtschule Chur ist deutschsprachig, sie führt aber vereinzelt auch zweisprachige Klassen (deutsch/italienisch) und deutsch/romanisch).
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